Von Sanne Peters, Hautspezialistin in der Hautklinik Parkstad
Während unseres Tags der offenen Tür hätte ich eigentlich einen Vortrag über Sonnenschutz halten sollen. Aber es war so voll, dass ich gar nicht dazu gekommen bin. Und ehrlich gesagt? Ich fand es großartig. Denn dass so viele Menschen bewusst mit ihrer Haut umgehen, zeigt, dass wir gemeinsam Fortschritte machen. Trotzdem möchte ich dir diese Informationen nicht vorenthalten. Sonnenschutz ist nämlich kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.
Jeden Tag sehen wir in der Klinik, was UV-Strahlung mit der Haut anrichten kann. Von Pigmentflecken und beschleunigter Hautalterung bis hin zu ernsthaften Hauterkrankungen wie aktinischer Keratose und sogar Hautkrebs. Und dabei ist es erschreckend, dass sich ein Großteil dieser Schäden ganz einfach vermeiden lässt – indem man täglich einen guten SPF verwendet.
Wie funktioniert SPF eigentlich?
SPF steht für Sun Protection Factor (Lichtschutzfaktor). Dieser Wert gibt an, wie viel länger deine Haut vor UVB-Strahlen geschützt ist als ohne Schutz. Beispiel: Deine Haut würde normalerweise nach 10 Minuten verbrennen. Mit SPF 30 dauert es 30-mal so lange – also 300 Minuten –, bis ein Sonnenbrand entsteht. Das klingt wie eine einfache Rechnung, aber dahinter steckt viel Forschung. Es gibt zwei Testmethoden: in vivo (auf echter Haut, bei Menschen) und in vitro (im Labor). Die in vivo-Methode ist der Goldstandard, da sie die Praxis am besten widerspiegelt.
Was viele Menschen nicht wissen: Der SPF sagt nur etwas über den Schutz vor UVB-Strahlen aus. Für UVA wird ein eigener Wert verwendet: die PPD. Und gerade diese UVA-Strahlen sind die heimlichen Übeltäter. Sie sind das ganze Jahr über vorhanden, selbst an grauen Herbsttagen, und dringen tief in die Haut ein. Dort greifen sie Kollagen und Elastin an, was zu Falten, schlaffer Haut und Verfärbungen führt. UVB-Strahlen hingegen spürst du direkt – sie sind vor allem im Frühling und Sommer aktiv – und können DNA-Schäden verursachen, die langfristig Hautkrebs auslösen.
Welche Hautprobleme entstehen durch die Sonne?
Neben beschleunigter Hautalterung sehe ich in der Praxis viele Pigmentflecken wie Lentigo solaris (Altersflecken), raue Stellen (aktinische Keratose), Talgdrüsenhyperplasie und in schweren Fällen sogar Basalzell- oder Plattenepithelkarzinome. Einer von 15 Niederländern erkrankt im Laufe seines Lebens an Hautkrebs. Und es trifft nicht nur Solariumbesucher oder Sonnenanbeter – auch auf dem Fahrrad oder im Garten bekommst du unbemerkt viel Sonne ab.
Also: Was kannst du tun?
Tägliches Eincremen ist der Schlüssel. Ja, auch im Winter. SPF 30 blockiert 97 % der UVB-Strahlen, SPF 50 sogar 98 %. Das klingt nach einem kleinen Unterschied, aber jedes Prozent zählt. Der Trick? Genug verwenden – zwei Fingerlängen für das Gesicht – und im Laufe des Tages nachcremen, besonders wenn du draußen bist oder schwitzt.
Wusstest du schon… dass ein SPF eigentlich die beste Anti-Aging-Creme ist?
Nichts gegen ein gutes Serum oder eine Nachtcreme, aber wenn du wirklich in eine jugendliche Haut investieren möchtest, dann fang mit Sonnenschutz an. Denn Sonnenlicht ist für etwa 80 % der sichtbaren Hautalterung verantwortlich. Es ist also sinnvoller, täglich SPF zu verwenden, als Falten im Nachhinein glätten zu wollen.
Ein zusätzlicher Tipp aus der Praxis:
In der Hautklinik Parkstad raten wir manchmal dazu, die Tagescreme wegzulassen und nur einen SPF zu verwenden. Besonders bei Mischhaut oder fettiger Haut kann die Kombination aus Tagescreme und Sonnencreme zu viel sein. Ein guter SPF enthält oft schon pflegende Inhaltsstoffe – das ist also Schutz und Feuchtigkeit in einem.
Früher haben wir unsere Kunden gerne in die Drogerie verwiesen, z. B. zu Marken wie Biodermal. Wir sind immer noch Fans unserer Topmarke pHformula, aber mit 55 € für 50 ml ist das nicht für jeden erschwinglich. Deshalb führen wir jetzt auch Dermasence in unserem Sortiment. Diese Marke ist hautfreundlich, wirksam und bezahlbar. Vor allem die Gel-Variante ist ein echter Gamechanger: Sie fühlt sich frisch an, zieht schnell ein und kann sogar über dem Make-up aufgetragen werden. Einfach sanft mit den Fingern auftupfen – so bleibt dein Make-up schön und die Haut geschützt.
Unsere Mission?
Wir möchten, dass du deine Haut ernst nimmst – aber ohne Stress. Guter Sonnenschutz ist ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung. Egal ob du trockene Haut hast, zu Pigmentflecken neigst oder schnell verbrennst: Wir helfen dir gerne, das passende Produkt zu finden. Denn Prävention beginnt mit Wissen – und mit der Wahl von etwas, das zu dir passt.
Also: Komm gerne in der Klinik vorbei. Stell deine Fragen, probiere einen Tester aus und lass dich beraten. Denn täglicher Schutz bedeutet, in eine gesunde, strahlende Haut für die Zukunft zu investieren.
Liebe Grüße,
Sanne